Bericht Kennenlerntreffen AOR 2015 – 25.10.2014

IMG-20141024-WA0002Am 24.10.2014 stand nun das erste Kennenlerntreffen für die Teams der Rallye 2015 in Oberstaufen an. Kurzerhand beschlossen wir, dass sich auch die Löwen mit Herz auf den Weg machen werden. Schließlich erhofften wir uns neben neuen Bekanntschaften auch wertvolle Tipps für die Rallye. Nachdem alle ihre Kalender gecheckt haben, konnten es letztendlich vier von uns einrichten, die Fahrt nach Oberstaufen anzutreten. Da das Treffen bereits Freitag begann, an dem wir alle noch zumindest bis mittags arbeiten mussten (und Oberstaufen nicht gerade um die Ecke liegt), kamen wir viel zu spät und weit nach Beginn der Veranstaltung in der Festhalle von Oberstaufen-Steibis an. Ein weiterer Grund für unsere Verspätung war die Besichtigung eines potentiellen Rallye-Autos auf halbem Weg, in Heustreu. Leider konnte uns dieses Fahrzeug überhaupt nicht überzeugen, sodass wir bei unserem Besuch im Allgäu nach wie vor quasi nackt – also ohne auch nur ein einziges vorhandenes Rallye-Auto – waren. Im Festzelt hatte die Feier also bereits begonnen und die erste gegenseitige Vorstellungsrunde der Teams ging bei unserer Ankunft gerade zu Ende. Allerdings kamen wir direkt mit Wilfried Gehr, Chef des Organisationskomitees, ins Gespräch, der uns kurzerhand von der Bühne mit Mikrofon extra nochmal allen vorstellte. Er war sichtlich begeistert davon, dass wir uns auf den „weiten Weg aus Braunschweig nach Oberstaufen“ gemacht haben. Dabei dachten wir uns, dass bei jemandem, der seit zehn Jahren jährlich mit dem Auto von Deutschland nach Jordanien fährt, die paar hundert Kilometer von uns an diesem Tag doch kein „weiter Weg“ sein dürften.

Kaum hatte Wilfried die Vorstellung unseres Teams mit den Worten „Nehmt Kontakt mit Ihnen auf“ beendet, wurden wir auch schon von einem sehr netten Team aus dem Stuttgarter Raum, genauer gesagt aus Aspach, „kennengelernt“, den Freerider SCA. Man verstand sich direkt gut, das Bier war reichlich und lecker und so wurde erzählt und erzählt. (Die Freerider waren zum Beispiel sehr glücklich darüber, dass wir noch gar kein Auto hatten; sie selbst hätten bereits erst eines und waren sich vor der Veranstaltung recht sicher, niemanden zu treffen, der noch weniger hat 😀 )

Die Zeit ging ins Land und so waren die Freerider und wir die letzten verbliebenen Teams, die zur Sperrstunde von den Betreibern der Festhalle rausgefegt werden mussten. Für uns ging es nun in die Pension, für die Freerider – Respekt bei Minusgraden im Allgäu – zum Schlafen in ihre Autos.

IMG-20141025-WA0009Am zweiten Tag frühstückten wir erst einmal in unserer Pension, um uns anschließend wieder an der Festhalle einzufinden. Von hier aus startete die Wanderung zum besten Kaiserschmarrn Europas (oder war es doch weltweit?). Es gab auch die Möglichkeit, die Strecke mit der Seilbahn zurück zu legen, doch die Blöße wollten wir uns natürlich nicht geben. Bereits nach wenigen Metern war klar: Das, worauf wir uns gerade eingelassen hatten, war kein entspannter Alpenspaziergang, sondern das Erklimmen von gut 400 Höhenmetern auf schneebedeckten Pfaden. Später stapften wir die letzten Meter vor der Bergstation knietief durch den Schnee. Jeder besann sich nun komplett darauf, in gleichmäßigem Tempo einen Fuß vor den anderen zu setzen, ohne sich dabei hinzulegen. Ab der Bergstation ging es deutlich entspannter weiter, man hätte den Weg von hier an quasi auch in Flip-Flops fortsetzen können. Nach einer knappen Stunde erreichten wir dann den Berggasthof Hörmoos und damit den hoch gelobten Kaiserschmarrn.

IMG-20141025-WA0014Wir teilten einen Tisch mit den Aspachern und füllten den durch den Aufstieg deutlich gefallenen Kalorienhaushalt mit allerlei Allgäuer Köstlichkeiten auf. Dabei lernten wir auch, dass unser Teamcaptain zu Übermenschlichem fähig ist, wenn ihm jemand eine Wette anbietet, bei der er einen kostenlosen Kaiserschmarrn gewinnen kann, sollte er ihn ganz schaffen. Überflüssig zu erwähnen, dass er vorher noch ein normales Hauptgericht hatte.

IMG-20141025-WA0003Herunter ging es anschließend mit Bus und Seilbahn, denn wir alle waren uns einig, für heute genug gelaufen zu sein. Den restlichen Tag bis zur Abendveranstaltung verbrachten wir mit Duschen und Bundesliga in der Pension. Abends waren wir dann wieder in der Festhalle, wo Videos von vergangenen Rallyes gezeigt und Fragen der zukünftigen Teilnehmer vom OK beantwortet wurden. Außerdem gab es die Möglichkeit, Rallyekleidung anzuprobieren, zu kaufen oder für sein eigenes Team in Auftrag zu geben.

Später am Abend – eigentlich war es eher früh am Morgen – konnten wir lernen, dass man keine Lokalrunde zahlen muss, wenn man alle fünf in der Festhalle hängenden Kuhglocken läutet, die Bierhähne aber schon zu sind. 😀 Stattdessen mussten wir die Festhalle verlassen. Wohl aber eher, weil wir die letzten waren, weniger wegen des Gebimmels. Nach einem Absacker am Bus der Aspacher marschierten wir dann wieder Richtung Pension und nahmen noch eine Mütze Schlaf.

10682363_1554456248123858_1349190987788068916_oAm nächsten Morgen machten wir uns recht früh auf, schließlich wartete noch ein gutes Stück Autobahn auf uns und wir wollten noch ein mögliches Rallyeauto angucken. Die Besichtigung des Autos bedeutete für uns einen Umweg über München. Etwa auf Höhe der Bayerischen Landeshauptstadt mussten wir auf telefonische Nachfrage erfahren, dass der Herr, mit dem wir wegen des Wagens verabredet waren, selbigen bereits anderweitig verkauft hatte. Wir hatten zwar noch einen Plan B, dies bedeutete aber in Summe einen noch größeren Umweg. Aber wer die Rallye schaffen will, darf sich durch solche kleinen Rückschläge nicht aufhalten lassen und so steuerten wir ein weiteres Fahrzeug an. Leider befand sich dies in ähnlich desolatem Zustand wie das am Freitag. Wir waren nicht einmal sicher, ob der Wagen den Weg aus Bayern bis Braunschweig auf eigener Achse schaffen würde. Also ließen wir ihn stehen und die Kurzzeitkennzeichen blieben dann doch ungenutzt.

Ein bisschen enttäuscht, aber nicht frustriert verbrachten wir den Rest des Tages auf der A7. Wir waren überzeugt, dass wir noch das bzw. die richtigen Autos für uns finden würden und rollten schließlich erschöpft, aber zufrieden in Braunschweig ein. Das vergangene Wochenende war auf jeden Fall lustig und sowohl gesellschaftlich als auch informell eine Reise wert.

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